Schöne Sprüche zum Nachdenken, Zitate & Gedichte

Keine Sekunde

Kommt wieder

Nicht eine

 

Die Zeit, die geschenkt Dir

Gehört Dir vollkommen -

Nutze sie gut

 

Keine Sekunde

Kommt wieder

Nicht eine.

 

© Henning Sabo (*1959), deutscher Dichter


Der Atem der Zeit

Atme

Atme die Energie des Lebens ein

Mit jedem Atemzug spürst du es mehr...

Das Leben...

 

Nicht die Zeit ist es, die dir zwischen den Fingern zerrinnt,

sondern das, was du alles nicht machst, in dieser Zeit....

 

Laß sie los, die Zeit

Atme

nur noch reines Atmen, sich selbst beim Atmen zuhören

schweben

 

Nur noch aus Atem bestehen

loslassen

nichts mehr spüren

das Leben?

 

Es ist reines Ein- und Ausatmen

sterben?

 

Atme!

 

Lebe!

 

© Belinda Fuchs
(*1962)


"Die Gefühle, die am meisten schmerzen,

die Gefühlswallungen, die am meisten quälen,

sind diejenigen, die ganz absurd sind -

Verlangen nach unmöglichen Dingen,

eben weil sie unmöglich sind,

Sehnsucht nach dem, was nie gewesen ist,

Wunsch nach dem, was gewesen sein könnte,

Kummer darüber, nicht ein anderer zu sein,

Unzufriedenheit mit der Existenz der Welt.

Alle diese Halbtöne des seelischen Bewusstseins

schaffen in uns eine schmerzerfüllte Landschaft,

einen ewigen Sonnenuntergang dessen, was wir sind.

Unser Selbstgefühl ist dann ein verlassenes Feld in der Abenddämmerung,

traurig mit Schilf bestanden neben einem Fluss ohne Schiffe,

der hell zwischen entfernten Ufern dunkelt."

 

Fernando Pessoa


Das Gedicht über "Fang Sung Kung"

 

Ich liege mit einem dicken Kissen auf dem Bett.

Mein Körper fühlt sich wohl und ist entspannt.

Ich atme natürlich ein und aus.

Im Stillen spreche ich die Worte ruhig und entspannen.

Beim Einatmen denke ich an das Wort ruhig, beim Ausatmen an das Wort entspannen.

Während ich das Wort entspannen denke, trage ich meinen Muskeln auf, sich zu entspannen.

Zuerst entspanne ich Kopf, Arme, und Nacken, dem Brust, Bauch, Taille und Rücken.

Schließlich rage ich den Beinen und Füßen auf, sich zu entspannen.

Nachdem ich dies dreimal wiederholt habe, um meinem Körper behaglich zu  machen,

rage ich den Organen und Körperinnenräumen auf, sich zu entspannen.

Ich habe den Atemrhythmus stetig, flach und gleichmäßig.

Unterdessen gibt meine Aufmerksamkeit dem Bauch.

Wenn mein Geist in den Zustand der Ruhe eintritt, erfreue ich mich

an diesem schlafähnlichen und doch wachen Bewusstseinszustand.

Nach kurzem Verweilen reibe ich mein Gesicht, stehe auf, gehe umher und fühle mich gut.


In den Bergen suche ich den Daoisten und finde ihn nicht

 

Zwanzig Jahre bin ich längst,

     vom Staub der Welt so grau,

Wollt' dem Meister oft schon folgen,

     das Läutern der Form zu verstehen.

Auf steinigem Wege bin ich gekommen,

     zu suchen den Meister des Dao.

In den Wolken die Hütte finde ich leer

     nur Schriften der Weisen zu sehen.

 

Am Fuße der Kiefer das Brettspiel liegt

     die letzte Partie noch darauf,

Der Kranich sich zum Seeufer wendet

     verliert etwas vom Gefieder.

Ich möchte gerne versteckt hier bleiben,

     bis endet mein Lebenslauf,

An welchem Tag wohl der Meister

     aus blauen Sphären steigt nieder?

 

Liu Deren (ca. 838)


Wer das Tao versteht, konzentriert sich nicht nur auf sich selbst; er ist der ganzen Welt verbunden.

 

Huai-nan-tzu


Man muss die Kraft

               des Körpers pflegen,

um die des Geistes

               zu bewahren.

 

Vauvenargues


Alt möcht ich werden

 

Alt möcht ich werden wie ein alter Baum,

mit Jahresringen, längst nicht mehr zu zählen,

mit Rinden, die sich immer wieder schälen,

mit Wurzeln tief, dass sie kein Spaten sticht.

 

In dieser Zeit, wo alles neu beginnt,

und wo die Saaten alter Träume reifen,

mag wer da will den Tod begreifen -

ich nicht!

 

Alt möcht ich werden wie ein alter Baum,

zu dem die sommerfrohen Wandrer fänden,

mit meiner Krone Schutz und Schatten spenden

in dieser Zeit, wo alles neu beginnt.

 

Aus sagenhaften Zeiten möcht ich ragen,

durch die der Schmerz hinging, ein böser Traum,

in eine Zeit, von der die Menschen sagen:

Wie ist sie schön! O wie wir glücklich sind.

 

Louis Führberg


Demut ist die wahre Stärke des Menschen. Der Demütige hat jene

Tapferkeit, welche die höchste ist, die Selbstüberwindung. – Um demütig

zu sein, braucht es nichts, als offen und ehrlich seine Armseligkeit zu

betrachten und sie einzugestehen.

 

Heinrich Hansjakob (1837 - 1916)


Die Zukunft hat viele Namen.

Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare.

Für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte.

Für die Tapferen ist sie die Chance.

 

Victor Hugo (1802-1885)


Güte in den Worten erzeugt Vertrauen,

Güte im Denken erzeugt Tiefe,

Güte beim Verschenken erzeugt Liebe

 

Lao-Tse (6 oder 4. - 3. Jh. v. Chr.)


Freude schenken

 

Unser Dasein ist verweilen

auf der Erde nur auf Zeit;

all' die Jahre, die enteilen,

sind so schnell Vergangenheit.

 

Nutze alle deine Stunden,

gebe deinem Leben Sinn;

geniesse sie in frohen Runden,

empfinde Schönes als Gewinn.

 

Was du hast, ist nur geliehen,

für die Jahre, die du bist;

lass' an dir vorüberziehen,

was dir nicht von Herzen ist.

 

Sei den Menschen zugewandt,

sie möchten Wärme spüren;

öffne jenen Herz und Hand,

die ein hartes Leben führen.

 

Bleib' den Tieren eng verbunden,

die Welt ist auch für sie gemacht;

heile ihre vielen Wunden,

die wir ihnen beigebracht.

 

Gehe weiter durch das Leben,

schenke Freude weit und breit;

wenn wir sie von Herzen geben,

reicht sie über unsere Zeit.

 

Aphoristiker, (*1930)


Lass deinen Geist

still werden wie einen Teich im Wald.

Er soll klar sein, wie Wasser, das von den Bergen fließt.

Lass trübes Wasser zur Ruhe kommen,

dann wird es klar werden, und lass

deine schweifenden Gedanken und Wünsche

zur Ruhe kommen.

Buddha


Damit es Frieden in der Welt gibt,

müssen die Völker in Frieden leben.

Damit es Frieden zwischen den Völkern gibt,

dürfen sich die Städte nicht gegeneinander erheben.

Damit es Frieden in den Städten gibt,

müssen sich die Nachbarn verstehen.

Damit es Frieden zwischen Nachbarn gibt,

muß im eigenen Haus Frieden herrschen.

Damit im Haus Frieden herrscht,

muß man ihn im eigenen Herzen finden.

 

Lao Tse (6 oder 4. - 3. Jh. v. Chr.)


Lebensfreude lass sie ein,
tief in Dein Herz hinein.
Fühle nach und schaue gut,
entdecke Humor, habe Mut.

 

Ich weiß wovon ich hier jetzt schreibe,
voll vergnügen ich die Hände aneinander reibe.
Denn ich möchte das Du entdeckst,
wodurch Du eine Würze in Dein Leben schmeckst.

 

Lass Dein Lachen weit erklingen,
es wird Dein Herz zum singen bringen.
Hell erstrahlen wird Dein Körper,
kraftvoller Deine Wörter.

 

Lachen befreit Deinen Bauch,
freier atmen wirst Du auch,
Strahlende Augen wirst Du kriegen
und Deine Lebensschritte werden im Tanzschritt wiegen.

 

Lebensfreude wirst Du Dir geben,
wirst Dir einen heiteren Lebensteppich weben.
Wie der Magier jetzt und hier,
machst Du mit Deinem Lachen alles leicht und schier.

 

Damit bereitest Du Dir einen Weg,
auf dem alles viel leichter geht.
Am Ende wirst Du Lachen
und Du wirst sagen,:
das Leben soll ganz viel Freude machen.

 

Anita Vejvoda


Shinjin Mei, Verse über den Glaubensgeist von Seng-t`san

 

Der höchste Weg ist nicht schwer,
wenn du nur aufhörst zu wählen.
Wo weder Liebe noch Haß,
ist alles offen und klar.
Aber die kleinste Unterscheidung
bringt eine Distanz wie zwischen Himmel und Erde.
Soll Es sich dir offenbaren,
laß alle Abneigung beiseite.
Der Konflikt zwischen Neigung und Abneigung
ist eine Krankheit des Geistes.
Wird diese tiefe Wahrheit nicht verstanden,
versuchst du vergeblich, deine Gedanken zu beruhigen.

 

Der Weg ist vollkommen wie leerer Raum,
ohne Mangel und ohne Überfluß.
Nur wenn du wählst und zurückweist,
geht das So-Sein verloren.
Jage nicht äußeren Erscheinungen nach,
verharre auch nicht in der Erfahrung der Leerheit.
Bleibe gelassen im Einen,
und alle Verwirrung verschwindet von selbst.
Stellst du das Tätigsein ein
und kehrst zur Ruhe zurück,
ist dieses Bemühen nur selbst wieder Tätigkeit.
Wie willst du je das Eine erfahren,
wenn du in die Zweiheit verstrickt bleibst?
Wer ins Eine nicht vordringt
wird in keinem Bereich daheim sein.
Existenz zu verachten heißt,
Existenz zu verlieren.
Der Leerheit zu folgen heißt,
sich gegen die Leerheit zu wenden.

 

Je mehr Worte und Gedanken,
desto weiter entfernt von der Wirklichkeit.
Schneide Worte und Gedanken ab,
und es durchdringt alles.

 

Kehrst du zur Wurzel zurück,
erfaßt du die Wahrheit.
Hängst du der Erscheinungswelt nach,
verfehlst du das Wesen.
Ein Augenblick innerer Erleuchtung
trägt über die erste Leere hinaus.
Veränderungen in dieser relativen Leere
sind nichts als Täuschungen.

 

Kein Grund, die Wahrheit zu suchen.
Laß alle deine Meinungen fahren.
Zwiespältigkeit halte nicht fest.
Sei achtsam und folge ihr nicht.
Nur eine Spur von richtig und falsch,
und der Geist ist in Wirren verloren.

 

Weil es das Eine gibt, existieren die Zwei,
doch halt' auch nicht fest an dem Einen.
Wenn der Geist der Einheit nicht entsteht,
sind die zehntausend Dinge nicht schuld.
Wo keine Schuld ist, ist auch kein Ding.
Das Subjekt vergeht mit dem Objekt.
Das Objekt vergeht mit dem Subjekt.
Das Objekt ist Onjekt wegen des Subjekts.
Das Subjekt ist Subjekt wegen des Objekts.
Willst du beide Ebenen kennen:
Sie sind ursprünglich die eine Leerheit.
Die eine Leerheit ist die gleiche in beiden.
In gleicher Weise enthalten sie alle Dinge.
Unterscheidest du nicht zwischen fein und grob,
wie kann es dann Vorurteile geben?

 

Der große Weg ist dem Wesen nach weit.
Nichts ist leicht, nichts schwierig.
Engherzige Ansicht führt zu Besorgnis.
Je mehr du eilst, umso länger brauchst du.
Hängst du an solchen Ansichten,
verlierst du das Maß und gehst in die Irre.
Laß los, und alles ist natürlich.
In der Wesensnatur gibt es kein Kommen und Gehen.
Handle gemäß deiner Natur,
und due stimmst mit dem Weg überein;
gehst ihn gelassen und frei ohne Sorge.

 

Gedanken lenken ab von der Wahrheit.
Aber ein dumpfer Geist führt auch nicht weiter.
Wenn du verabscheust, verwirrt sich der Geist.
Was hilft es schon, für oder gegen etwas zu sein?
Wenn du das eine Fahrzeug nehmen willst,
hege keine Abneigung gegen die Welt der Sinne.
In der Tat, wer die Sinneswelt nicht haßt,
ist eins mit der wahren Erleuchtung.

 

Der Weise hat keine Ziele,
die Unwissenden lassen sich fesseln,
denn obwohl es einen Unterschied zwischen
den Dingen nicht gibt,
bleiben sie an manchem hängen.
Ist das nicht ein gewaltiger Fehler?
Ruhe und Unruhe kommen aus der Illusion,
Erleuchtung kennt weder Vorliebe noch Abneigung.
Alle dualistischen Ansichten
kommen aus falschen Schlüssen.
Sie sind Träume, Phantasien und Flecken vor deinen Augen.
Warum versuchst du, sie zu fassen?
Gewinnen und verlieren, richtig und falsch,
laß sie ein für allemal ziehen.

 

Wenn die Augen nie schlafen,
hören die Träume von selbst auf.
Wenn der Geist nicht unterscheidet,
sind alle Dinge das eine So-Sein.
Das Wesen dieses einen So-Seins ist ein Geheimnis:
Unbewegt; karmische Bindungen sind vergessen.
Siehst du alle Dinge gleich,
kehren sie heim zum natürlichen Sein:
Ursachen verschwinden, Vergleiche sind nicht möglich.

 

Bewege dich nicht, und die Bewegung hört auf.
Bringe Ruhe in die Bewegung, und es gibt keine Ruhe.
Wenn beide nicht sind, kann eines dann sein?
Im Absoluten sind keine Regeln.
Der Geist, im Einklang mit ihm, wird unparteiisch
und hört auf zu planen und zu streben.
Wenn Zweifel und Argwohn ausgeräumt,
ist wahrer Gleube bestätigt und fest.

 

Alle Dinge sind vergänglich,
nicht notwendig, sie sich zu merken.
Leer, klar und selbstleuchtend
bemüht der Geist sich nicht.
Das ist der Platz des Nichtdenkens,
schwer auszuloten mit Intellekt und Gefühl.

 

In der Dharmawelt des So-seins
ist kein Anderes und kein Ich.
Wenn mann dich bittet, es sofort zu erklären,
kannst du nur sagen: "Nicht-Zwei".
Wenn Nicht-Zwei, dann ist alles gleich;
nichts, was nicht eingeschlossen wäre.
Die Weisen der zehn Richtungen
sind alle in diese Weisheit eingetreten.
Es ist jenseits von Ausdehnung und Zusammenziehung.
Ein Augenblick der Wahrnehmung ist zehntausend Jahre.
Weder Sein noch Nichtsein,
das ganze Universum liegt vor deinen Augen.
Das unendlich Kleine ist gleich dem Großen,
Grenzen sind verschwunden.
Das unendlich Breite ist gleich dem Schmalen,
keine Teilung ist sichtbar.

 

Sein ist nichts anderes als Nichtsein.
Nichtsein nichts anderes als Sein.
Wenn es für dich nicht so ist,
bleib keinesfalls in diesem Bewußtseinsstand.
Alles ist eins, eines ist alles.
Wenn du das erfährst,
warum ängstigst du dich dann, Vollendung nicht zu erreichen?

 

Der Glaubensgeist ist Nicht-Zwei.
Nicht-Zwei ist der Glaubensgeist.
Worte gehen fehl, es zu benennen.
Es ist nicht von der Vergangenheit,
der Zukunft oder Gegenwart.

 


Gedicht zum Spiel der Tai Chi Form

 

Atem wallt einwärts, von Weite getragen
Leben bauscht die Segel mir

Erde drängt verdichtend durch alle Glieder
Und richtet mir aus was ich bin

Die Kräfte in mir münden ineinander,
fließen spielend über Bauch und Bein,
Schritt wird.

Wohl Hand, führ durch Dich in mich
Fremdes; ich trinke Dein in meine Sinne

Die Schweere schmiegt steigend sich
an meinen Wirbeln empor
und taucht in das Licht der Sonne

Stille im tummelnden Werden
strahlt mein Blick durchs Unsichtbare

Glück unwissend


Zauber des Selbstliebe

Wie könnte ich von Liebe reden,

wenn nicht die Poesie mir die Melodie

und die Flügel dazu gäbe.

 

Die Liebe in Worte zu kleiden, vermag nur der,

der im Liebe mit sich selbst ist vereint,

mit dem Herzen, der Seele, mit sich eins.

Und nicht länger auf der Suche nach ihr,

denn sie lässt sich nicht suchen, nur finden in Dir.

 

Wenn sie da ist auf einmal,

Dich erinnerst an Dein Ur-sein,

deine Seele mit Dir flirtet

und erfüllt so all Dein Sein,

aus Dir selber geboren und zum Leben erkoren,

voller Dank und Demut,

ist der Zauber Deiner Liebe, wie Magie in Dir geboren.

 

Sich selber zu lieben, ist das größte Geschenk,

aus Gottes Gnade,

du Dich selber beschenkst.

 

Liebe ist, weil sie war und immer sein wird.

Willst Du geliebt werden, so liebe und vor allem Dich selbst.

 

Bild und Text Martina Schwartz