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Die Leber „Herrscher über Blut und Qi“

  • Die Leber speichert und reguliert das Blut:
Die Leber reguliert der zirkulierenden Blutmenge. Bei erhöhtem Bedarf (Sport) muss die Leber qualitätsvolles Blut freisetzen. Bei weniger Bedarf (z.B. während der Nacht) muss die Leber die überflüssige Menge lagern bis der Körper sie wieder benötigt. Wenn die Leberfunktion gesund ist, erhält der Körper eine gute Blutversorgung und wird stark und flexibel. Aus einer beeinträchtigten Leberfunktion können Schwäche und Steifheit resultieren (Krämpfe, Taubheitsgefühl in den Fingern, Anämie...). Die Leber ist bei Frauen eng mit der Menstruation verbunden. Viele gynäkologischen Probleme scheinen mit der Leberfunktion zusammen zu hängen (Schmerzen bei der Periode, Unfruchtbarkeit, Impotenz...).
  • Der freie Qi- Fluß:

Die Leber kontrolliert den gleichmäßigen Fluss des Qi durch den Körper. Es ist die wichtigste Funktion der Leber. Der freie Qi-Fluß ist wichtig für alle Körpersysteme (Verdauung, Atmung, Fortpflanzung...). Ein stagnierendes Leber-Qi kann der Grund für verschiedene Disharmonien sein (Migräne, Beklemmungsgefühl im Brustkorb, Übelkeit, Stuhlverstopfung, Schlafstörungen, Schwindel ...).

Die flußfördernde Wirkung der Leber bewirkt eine Harmonie der Gefühle. Umgekehrt können Ärger und Frustrationsgefühl die Leber schädigen.

  • Die Bänder und Sehnen:

Die Leber beherrst alle Bänder und Sehnen. Das vermögen der Sehnen, sich ausreichend auszudehnen und zusammen zu ziehen, hängt von der Ernährung durch das Leberblut ab. Wir brauchen dafür wiederum einen sanften Fluß des Leber-Qi. (Muskelzittern).

  • Die Nägel:

Die Nägel gehören zu den Sehnen und sie stehen mit der Leber in Verbindung. Wenn das Blut der Leber gesund ist, sind die Nägel hart. Wenn ein Problem mit der Leber auftritt, werden die Nägel spröde und brüchig.

  • Die Augen:

Die Leber öffnet sich in die Augen. Um klar zu sehen brauchen die Augen die Ernährung durch das Leberblut. Wenn das Leberblut ungenügend ist,  könne Augenprobleme auftreten (trockene Augen, Glaskörpertrübung...).

  • Die ausgeglichenen Menschen / Kontrolle:

Die Leber ist das Zang, das uns hilft, unser Leben im Griff zu haben. Wenn die Leber ausgeglichen arbeitet, können wir unser Lebensplan wirkungsvoll auszuführen und überlegt und flexibel auf spontanen Veränderungen reagieren.  Ausgeglichenen Menschen haben eine gesunde Lebensenergie. Sie sind optimistisch, selbstbewusst  und geduldig im Vertrauen. Sie sind klar ohne andere Menschen durch ihre Kraft und Selbstständigkeit zu einschränken. Sie entfalten ihre Kreativität. 

 

Anderseits kann die Neigung zu übermäßiger Kontrolle und Härte bestehen.  Oder es kann  zu mangelnder Selbstkontrolle, Ärger  (Reizbarkeit, Ungeduld, Intoleranz, Wut, Frustration, Groll) und irrationellen Reaktionen kommen. Ärger befällt die Leber mit Stagnation des Leber-Qi. Die Energie der Leber kann in den Kopf steigen, woraus Migräne, Schwindel, ... entstehen. Auf Dauer kann sich hoher Blutdruck entwickeln. Geistige Übungen wie Meditation oder Tai Chi Chuan helfen Blockaden zu beseitigen und den Energiefluss wieder frei fließen zu lassen.

  • Spiritueller Aspekt (die Wanderseele HUN):
Die Leber ist der sitzt von HUN. HUN verlässt nach dem Tod den Körper und kehrt in den Himmel zurück. Für das HUN ist es wichtig ein gutes Leberblut zu haben um eine ruhige Nacht zu haben. Bei Mangelzuständen gibt es oft zu Albträumen und Schlafstörungen, da die Wanderseele HUN nicht zur Ruhe kommt, um die Eindrücke des Tages zu verarbeiten. HUN hilft auch dabei mit, die Emotionen, die im Laufe eines Lebens erfahren werden, zu harmonisieren. 
HUN verbindet uns mit dem Kosmischen. HUN befördert das spirituelle Wachstum. Es steht auch in Verbindung mit unserer Vorstellungskraft und Phantasie. Die Kraft der Vision und die Fähigkeit, etwas Zukünftiges zu erträumen, sind Ausdruck dieses Aspekts der Leber. Die Leber ist ein Visionär. 
  • Leber gehört zum Element Holz:

Die Ideen der TCM basieren sich auf der Beobachtung der Natur. Die "5 Wandlungsphasen" oder "die 5 Elemente" ist eine Theorie, die auf die verschiedenen dynamischen Prozesse, Funktionen und Zustände zurück geht, die in der Natur beobachtet wurden.

Element:

Farbe:

Geschmack:

Yin Organ (Zang):

Yang Organ (Fu):

Öffnung:

Gewebe:

Emotion:

Stimme:

Jahreszeit:

Klima:

Geruch:

Körperreaktion:

Holz

grün

sauer

Leber

Gallenblase

Augen

Sehnen

Ärger

Schrei

Frühling

Wind

ranzig

Verspannung / erratische Körperschmerzen



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